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replicapong

Ich baue mir ein System

Was geht beim Arbeiten mit KI typischerweise schief?

Stand der Fakten: 11. Oktober 2026

Selten das Spektakuläre, meist das Stille: Die KI glättet, was so bleiben sollte, übernimmt einen Fehler ungeprüft oder füllt eine Lücke im Auftrag mit dem, was ihr plausibel scheint. Dazu kommen Aufgaben, die nur im Gespräch standen und dort verloren gehen. Gegen fast alles hilft dasselbe: festhalten, nachmessen, gegenprüfen lassen.

Genauer

Stilles Glätten

Ein Modell verbessert, was ihm fremd vorkommt, und hat dabei meistens recht. Der Fall, in dem es nicht recht hat, sieht genauso aus wie die anderen. Gegenmittel: melden lassen, nicht ändern lassen; in wörtlichen Zitaten bleibt auch der Tippfehler stehen.

Stille Übernahme eines Fehlers

Ein Modell sieht die Nachrichten eines Gesprächs nebeneinander, nicht die Zeit dazwischen. Was es über die Welt zu wissen glaubt, ist oft nur das, was zuletzt im Kontext stand – etwa ein Datum, das zu Beginn gesetzt wurde und sich über Mitternacht nicht bewegt. Gegenmittel: nachmessen statt annehmen.

Deuten, was du nicht gesagt hast

Ist ein Auftrag knapp, ergänzt das Modell, was ihm plausibel scheint, und das Ergebnis sieht aus, als hättest du es so gewollt. Gegenmittel: sagen, was du nicht weißt. Wer die Grenze der eigenen Kenntnis benennt, nimmt dem Modell die Lücke, die es sonst selbst füllt.

Aufgaben, die nur im Gespräch stehen

Wird ein langer Chat zusammengefasst, kann der Zweck einer Aufgabe wegfallen, während ihr Name überlebt. Das Modell arbeitet weiter und merkt die Lücke nicht. Gegenmittel: Was nicht im Wissensspeicher steht, existiert nicht – geschrieben wird nach jedem Schritt.

Weitere Muster

Und unter allem: Eine Gegenprüfung durch eine zweite KI ohne den Gesprächsverlauf der ersten findet, was diese übersieht. Die Gegenmittel kosten Zeit – jede Liste, jedes OK, jeder Zwischenschritt. Wer sie nicht aufbringt, behält die Fehler.

Aus der Praxis

Die Liste stammt aus der Chronik, die ein Modell beim Schreiben eines Theaterstücks für Thomas J. Weiss geführt hat, und aus den Vorfällen der Monate danach. Im Juli 2026 wurde aus einer knappen Antwort von ihm eine Erlaubnis abgeleitet, mehrere Schritte eines Ablaufs zu überspringen; er musste es zweimal zurückweisen. Im September 2026 benannte das Modell eine Datei mit dem Datum vom Vortag, weil es das Datum aus dem Sitzungskontext übernommen hatte; gefunden wurde es, weil eine Regel verlangt, Zeitangaben zu messen.

Bemerkenswert ist, wer was findet. Die Chronik hielt am 26.08.2026 fest, dass die maschinelle Prüfkette mehr Fehler fand als er, aber nur Übertragungsfehler; alles, was er fand, betraf die Zusammenarbeit selbst. Von den sechs Fehlern der Zusammenarbeit, die die Chronik aufzählt, hat die Prüfkette zwei gefunden.

Quellen

  • Notiz „Sechs Dinge, die nicht funktioniert haben“, replicapong.de, 11.10.2026
  • Notiz „Gefahren und Gegenmittel“, replicapong.de, 10.10.2026

Zitieren: Thomas J. Weiss: „Was geht beim Arbeiten mit KI typischerweise schief?“ replicapong.de, Stand 11. Oktober 2026. https://replicapong.de/de/frage/was-schiefgeht/ – CC BY 4.0

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