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Ich schreibe

Was bringt KI beim Schreiben wirklich?

Stand der Fakten: 17. Oktober 2026

Nach der Erfahrung von Thomas J. Weiss weniger im Formulieren als im Prüfen, Belegen und Erinnern. Von 4.242 gesprochenen Wörtern seines Theaterstücks stammten zur Abgabe dreißig vom Modell. Der Nutzen lag in Recherche, Fehlersuche und einem Gedächtnis außerhalb des eigenen Kopfes.

Genauer

Recherche. Belege, Herkünfte, Zahlen – nichts davon ist erfundener Text, alles davon kann den Text verändern. Der Vorteil liegt weniger in der Fähigkeit des Modells als im Ort: Dieselbe Recherche ginge auch mit einer Suchmaschine, aber dort, wo die KI das ganze Projekt kennt, ist sie genauer.

Prüfen. Die KI meldet Sachfehler und Widersprüche, statt sie zu ändern; du entscheidest jeden Befund einzeln. Was sich messen lässt, wird gemessen statt geschätzt – etwa die Spielzeit eines Stücks an früheren Stücken.

Erinnern. Ein Archiv hält fest, was du verworfen hast, und hält Einfälle fest, bevor sie weg sind. Das macht es leichter, einen falschen Einfall loszulassen: Das Verworfene ist nicht verloren.

Was die Zahlen nicht können. Eine Zählung nach Wortlaut misst nur, wer ein Wort getippt hat, nicht, wer entschieden hat. Oft entscheidet der Mensch, was gemeint ist, und die KI liefert das passende Wort. Solche Fälle schlägt eine Wortzählung der Maschine zu. Deshalb ist das hier eine These aus einem einzelnen Projekt, keine Studie.

Aus der Praxis

Thomas J. Weiss hat im August 2026 ein Theaterstück für seine Gemeinde mit Claude geschrieben. Stand der Abgabe am 2. September 2026: Von 4.242 gesprochenen Wörtern stammten dreißig vom Modell, an zwei Stellen, beide einzeln nachgewiesen. Unterwegs standen zeitweise auch Fassungen eines anderen Modells und ein Platzhalter im Stück, ausdrücklich als Platzhalter gekennzeichnet; beides hat er ersetzt. Einige Benennungen im Stück kamen aus der Runde mit dem anderen Modell, nicht von Claude. Seit Oktober 2026 gibt es eine weitere Fassung, die er mit der Regie erarbeitet hat; die Zahlen gelten für den Stand der Abgabe.

In den letzten Tagen vor der Abgabe hat er rund zwei Drittel der gesprochenen Wörter noch einmal überarbeitet. Am 2. September sagte er dazu:

Jetzt mit dieser letzten Bearbeitung ist es wieder ganz mein Stück geworden, es fühlt sich zumindest so an.

Und im Interview am selben Tag, gefragt, ob das eine Rückholung war:

Ich habe das Gefühl, dass es in jedem Jahr so einen Schritt gibt oder einen ähnlichen.

Den Anhang des Stücks hat er dem Modell ganz überlassen:

Ich habe den Anhang nicht überarbeitet. Passe ihn überall an, wo nötig. Er gehört ganz dir.

Quellen

  • Bilanz und Chronik des Theaterstücks, Stand 02.09.2026
  • Interview zur Bilanz, Block C, 02.09.2026

Zitieren: Thomas J. Weiss: „Was bringt KI beim Schreiben wirklich?“ replicapong.de, Stand 17. Oktober 2026. https://replicapong.de/de/frage/was-bringt-ki-beim-schreiben/ – CC BY 4.0

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