
Wie behalte ich nach, welcher Teil eines Textes von mir ist?
Stand der Fakten: 17. Oktober 2026
Genauer
Die Regel ist einfach: Kein Überarbeiten ohne vorher abgelegte Urfassung. Urfassung und Bearbeitung liegen getrennt. Nach jedem fertigen Teil, nicht erst am Ende, vergleicht eine frische Sitzung ohne Gesprächsverlauf beide Fassungen, und ein Skript stellt die Unterschiede Wort für Wort gegenüber. So siehst du an jeder Stelle, was verändert wurde, und entscheidest einzeln: stehen lassen, umschreiben, zurückholen.
Verlass dich dabei nicht auf dein Gedächtnis. Nach einer intensiven Schreibphase weiß man oft nicht mehr, wie eine frühere Fassung aussah – auch die eigene nicht. Was nicht abgelegt ist, lässt sich weder prüfen noch zurücknehmen. Für die KI gilt dasselbe: Was nur im Gespräch stand, kann beim Zusammenfassen eines langen Chats verloren gehen. Was in einer Datei steht, im Wissensspeicher, bleibt. Wie du eine Datei ersetzt, ohne dass dabei etwas verloren geht, steht unter Wie verhindere ich, dass beim Überarbeiten einer Datei etwas verloren geht?
Achte besonders auf den Moment, in dem fremder Text dazukommt – etwa wenn du das Ergebnis eines anderen Gesprächs oder einer anderen KI einfügst. Dabei kann die Urfassung unbemerkt aus dem Material fallen.
Aus der Praxis
Thomas J. Weiss hat sein Theaterstück so geschrieben. Am Ende, gefragt, ob es Entscheidungen gebe, an die er sich nicht erinnere:
Nein, und das kann ich sogar mit ziemlicher Sicherheit sagen. Als ich das Stück durchgearbeitet habe, wusste ich genau, was verändert worden war im Interviewprozess mit der KI.
Das lag nicht an seinem Gedächtnis. Über eine Szene, die er selbst zu Beginn geschrieben hatte, bevor das Stück eine andere Richtung nahm, sagte er im selben Interview:
Ich konnte mich, obwohl ich bereits eine Szene geschrieben hatte, an deren Aufbau und Inhalt in keiner Weise mehr erinnern.
Wie viel die Ablage leistet, zeigte sich am 26. August 2026 an der einen Stelle, an der sie fehlte. Beim Einfügen eines Gesprächs mit einem anderen Modell fiel seine eigene Urfassung eines Textteils aus dem Material. Für drei andere Teile ließ sich der Vergleich führen, und die Bedeutungsverschiebungen darin wurden zurückgeholt. Für diesen einen hielt die Chronik fest: „Ohne die Urfassung ist dieser Teil nicht prüfbar und die Rücknahme nicht möglich.“
Quellen
- Regeln des Theaterprojekts, Bilanz vom 02.09.2026
- Chronik des Theaterprojekts, Bilanz vom 02.09.2026 (26. August)
- Interview zur Bilanz, Blöcke C und D, 02.09.2026
Zitieren: Thomas J. Weiss: „Wie behalte ich nach, welcher Teil eines Textes von mir ist?“ replicapong.de, Stand 17. Oktober 2026. https://replicapong.de/de/frage/was-ist-von-mir/ – CC BY 4.0